Kirschen

Die Heimat von uns Kirschbäumen liegt am Schwarzen Meer wo mich in der Stadt Kerasos im Jahre 62 vor Christus ein Herr namens Lucullus entdeckte. Berufliche Gründe, er war Feldheer, hatten ihn in diese Stadt verschlagen. Als er nun von unseren geschmackvollen und süssen Früchten kostete, war er so begeistert, dass er sich einen Spaten nahm und einige Urahnen von uns ausgrub und in seine Heimat nach Rom brachte. In Erinnerung an den Ort, wo er zum ersten Mal von der roten Steinfrucht gekostet hatte, nannte er sie Cerasmus und daraus wurde dann das Wort Chriesi oder Kirsche. Meine Früchte gehören zusammen mit den Zwetschgen und Aprikosen zu den beliebtesten einheimischen Früchten.

Leider sind meine Früchte sehr empfindlich was das Wetter anbelangt und Regen bekommt ihnen gar nicht gut, von starkem Wind und Hagel gar nicht zu sprechen. Auch geben wir der Bauernfamilie viel Arbeit, vor allem wenn wir Hochstammbäume sind und die Kirschen als Tafelobst verwendet werden. So macht die Handarbeit über 70% der Produktionskosten, davon alleine 50% für die Ernte.

Die Kirschenzeit beginnt im Schnitt Anfangs, Mitte Juni und dauert bis Mitte, Ende Juli. Es sind sehr intensive, arbeitsreiche Wochen.  Doch die Arbeit lohnt sich. Kirschen sind kleine Energiespender und liefern wertvolle Vitamine wie B, C und E, sowie Fluor, Kalium, Kalzium, Phosphor und Magnesium.